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"Mein teures Bein"

"Interpretation zur Kurzgeschichte "Mein teures Bein" von Heinrich Böll:

Variante 1 - entstanden in Klassenstufe 9

Im zweiten Weltkrieg wurden sehr viele Menschen schwer verletzt. Der Staat musste dann für ihren Lebensunterhalt aufkommen.
Davon handelt auch die Kurzgeschichte "Mein teures Bein" von Heinrich Böll, welche 1950 erschienen ist.Es geht um einen Mann, der im Krieg sein Bein verloren hat. Er möchte nun eine höhere Rente.
Der Mann bekommt ein Schreiben vom Amt. Er soll als Schuhputzer arbeiten, was er jedoch nicht möchte. Der Mann fordert stattdessen eine höhere Rente. Davon versucht er seinen Gesprächspartner zu überzeugen. Dieser interessiert sich für seine Geschichte jedoch kaum. Schließlich geht der Mann ohne die Stelle anzunehmen.
Der Text zeigt, dass nicht nur die Zeit während des Krieges sehr schlimm war, sondern sich auch in den Jahren danach viele Menschen unverstanden fühlten. Die "Kriegsfolgen" lasten auch in dieser Zeit noch sehr stark auf den Menschen.
In der Kurzgeschichte spielen zwei Männer eine wichtige Rolle. Das sind der Mann, welcher zum Amt geht und der, der sort arbeitet. Die Figuren haben keine Namen. Das verdeutlicht das es sehr viele ähnliche Probleme gab, es handelt sich nicht um ein Einzelschicksal. Die Männer symbolisieren die Allgemeinheit. Tausenden Männern erging es ähnlich.
Für den Mann vom Amt sind Gespräche, wie dieses was er mit dem Besucher führt Routine. Das erkennt man an seiner kurzen, wenig einfühlsamen Wortwahl ("Welches Bein?" Z.6 "Ganz?" Z.8) Der Mann sucht sehr lange nach einem passenden Angebot. ("Endlich fand der Mann... Z.11) In dem nun folgenden Gespräch gibt es sehr viele Wiederholungen. ("Rechnen Sie sich das bitte aus" Z.42/45) Das deutet daraufhin das beide Männer von ihrem Standpunkt sehr überzeugt sind. Im Gegensatz zu dem Mann vom Amt ist dem Besucher das Gespräch sehr wichtig. Deshalb spricht er sehr viel., der Mann vom Amt zeigt kaum Interesse. Er stellt lediglich eine Rechnung auf. Am Ende erklärt er den Mann für verrückt. "Entschuldigen Sie, aber Sie sind verrückt" Wie an diesem Beispiel erkennbar, gibt es in dem Text sehr viel Ironie, Satira und Zynismen. Ein weiteres Beispiel dafür ist "...sondern leider auch im Kopf vollkommen gesund" (Z.55/56) oder "...und es ist schade, dass ich nicht auch zwei Minuten bevor das mit dem Bein kam, tot geschossen wurde." (Z.115 ff.) Das Wort "Bein" zieht sich als Schlüsselwort durch den gesamten Text. Der Erzähler, welcher der Mann ist, der sein Bein verloren hat, äfft den Beamten oft nach, sowohl mit Worten als auch mit Taten. Er erzählt dem Beamten, wie es zu der Verltzung kam, auch wenn dieser ihm kaum zuhört. Das sieht man daran, dass der Beamte ihn immer wieder unterbricht "Meine Zeit ist sehr kurz" (Z.83) Der Erzähler weiß wovon er spricht, da er sehr viele Fachbegriffe verwendet "erst die Division, dann das Regiment, dann das Bataillon (Z.91 f.) Auch er stellt nun eine Rechnung auf. Dabei geht er davon aus wie vielen Menschen er das Leben gerettet hat. Gegen Ende der Unterhaltung erfolgt erneut die Anapher "leider bin ich im Herzen ebenso gesund wie im Kopf" (Z.114 f.) Ein weiteres Gespräch kommt nicht zustande, da der Beamte nicht auf das Gesagte eingeht, sondern nur die Frage stellt "Nehmen Sie die Stelle an?" (Z.119) Auch hier wird wieder deutlich, dass der Beamte kein Interesse zeigt, was ihn auch davor schützt, betroffen zu reagieren, da er nicht jedem eine höhere Rente geben kann und darf. Er betrachtet das Leiden anderer aus eine gewissen Distanz und möchte damit eigentlich nichts zu tun haben.
Der Text zeigt dem Leser sehr deutlich, wie die Wirklichkeit in der Zeit nach dem Weltkrieg war. Der Erzähler beschreibt die Probleme der Bevölkerung sehr eindringlich. Man kann sich das Gespräch in Gedanken sehr gut vorstellen und nachempfinden welche Gefühle die  beiden Männer dabei hatten.

Variante 2 - entstanden in Klassenstufe 11 (Überarbeitung)

"Zum Amt (Arbeitsamt) gehen" - das ist ein sehr aktueller Ausdruck und ein sehr aktuelles Thema. Wirklich keine Arbeit finden oder vielleicht doch gar nicht arbeiten wollen bzw. nur auf der persönlichen Traumstelle? Nicht arbeiten zu wollen, das wird wohl vielen, die "zum Amt gehen" unterstellt, ohne dass sich die Menschen, auch die Beamten, zuvor für das Schicksal des anderen interessiert haben. Dadurch gibt es sicher auch viele unpassende Angebote.
Diesen Sachverhalt thematisiert jedoch auch schon in der Kurzgeschichte "Mein teures Bein" von Heinrich Böll, welche 1950 erschienen ist.
Der Mann erhält ein Schreiben vom Amt. Er soll als Schuhputzer in einer Bedürfnisanstalt arbeiten, was er jedoch nicht möchte. Der Mann fordert stattdessen eine höhere Rente. Der Beamte rechnet vor, was das kostet. Das ihm diese Rente zusteht, davon versucht der Besucher seinen Gesprächspartner zu überzeugen. Dieser interessiert sich für die Geschichte jedoch kaum. Schließlich geht der Mann ohne die Stelle anzunehmen.
Es ist eine Kurzgeschichte der ersten Generation, d.h. sie spielt direkt in der Nachkriegszeit. Der Handlungsort  ist ein Amt in Westberlin.
Der Text verdeutlicht, dass sich nach dem Krieg die Menschen kaum füreinander interessieren. Daraus resultieren viele Probleme, so dass einige auch versuchen, aus ihrer Last Gewinn zu ziehen und nun auf Kosten des Staates leben wollen.
Nur zwei Personen spielen in der Kurzgeschichte mit, das ist einmal der Mann, welcher zum Amt geht und der, der dort arbeitet. Die Figuren haben keinen Namen. Das deutet daraufhin, dass es sehr viele ähnliche Probleme gab. Die Männer symbolisieren die Allgemeinheit. Tausenden ist es genauso ergangen. (" 'denken sie doch bitte nicht, dass ihr Bein das einzige Bein ist.' ..." Z. 46 f.) Für den Mann vom Amt ist es ein Routinegespräch. Das erkennt man an seiner kurzen, abgehackten, wenig einfühlsamen Wortwahl. (" 'Welches Bein?' " Z. 6 " 'Ganz?'" Z. Hier zeigt sich der charakterisitsche Satzbau durch die auffällig kurzen Sätze.  Der Beamte versucht Arbeit zu vermitteln, interessiert sich dabei aber nicht für die Menschen. Der Besucher, gleichzeitig der Erzähler, reagiert sehr ironisch auf das Arbeitsangebot " '...ich bin immer schon aufgefallen  wegen des schlechten Schuhputzens...' " Z.18ff.) Auch einen angebotenen Kurs, die Tätigkeit zu erlernen lehnt er sofort entschieden ab. (" 'Nein', ...,  'Ich will nicht. ...' " Z.28) Ganz direkt teilt er mit, dass er nun vom Staat leben möchte. (" 'Ich will eine höhere Rente haben' " Z.28 f.) Für sich hat er zu dieser Zeit bereits beschlossen, dass er nicht mehr arbeiten möchte. Seine ablehnende Haltung ist auf Resignation zurückzuführen. (" '...ich darf nicht einmal mehr Zigaretten verkaufen...' " Z.33f.) Doch der Beamte erkennt dies nicht und geht nicht darauf ein. Er fragt nicht, wofür der Mann sich interessiert oder was er von dem Krieg gemacht hat. Sein Desinteresse und seine Gefühllosigkeit zeigen sich in seiner Sachlichkeit. (" 'Rechnen Sie das bitte aus, ...' " Z.45)
Obwohl der Erzähler zunächst freundlich begrüßt wird, erfährt er ur Abweisung. Teilweise hat er dies durch seine Ironier selbst verschuldet. Es gibt sehr viele Wiederholungen. Das deutet darauf hin, dass beide Männer nicht dazu bereit sind ihre Ansichten zu ändern. Erst rechnet der Beamte der Beamte die Kosten des Beins vor, dann der Besucher. Auf die Bemerkung des Beamten, dass er von Herzen gesund sei, reagiert der Hilfesuchende mit der Aussage, dass er leider auch im Kopf vollkommen gesund sei. Im gesamten Text ist viel Ironie, Satire und Zynismus zu erkennen. Der Erzähler ahmt den Beamten oft nach, sowohl mit Worten als auch mit Taten. ( " 'Passen Sie auf!' " Z.59 "lehnte mich nun gleichfalls zurük" Z. 51) Mit Parodien verspottet er immer wieder sein Gegenüber. Dem Besucher ist das Gespräch sehr wichtig, weshalb er sehr viel redet. Er will seine Geschichte und damit sich selbst in den Mittelpunkt rücken. Er verlangt eine hohe Entschädigung für seine "Verdienste". Dies resultiert aus dem Wunsch, dass man sich für ihn persönlich interessiert, ist also nicht negativ zu sehen. Seine Ironie und Beharrlichkeit ist auf das Desinteresse des Mannes vom Amt zurückzuführen. Dieser interessiert sich für die Erlebnisse seines Besuchers nicht. Er unterbricht ihn immer wieder. (" 'Meine Zeit ist sehr kurz' " Z.83) Hauptsatz an Hauptsatz gereiht, erzählt der Besucher, wie es zu seiner Verletzung gekommen ist. Bei seiner Rechnung verwendet er dann sehr viele Fachbegriffe, wie z.B. Division, Regiment und Bataillon. Auch er interessiert sich nicht dafür, dass der Mann vom Amt seine Geschichte nicht hören will. Er fühlt sich unverstanden und vielleicht auch einsam. Beide sind an dem jeweils anderen nicht interessiert.
Der Beamte hat die Diskussion um die höhere Rente mit der Bemerkung, dass der Mann verrückt wäre, eingeleitet und schließ sie so auch ab. (" 'Sie sind doch verrückt' " Z.112) Diese Anapher gibt der Diskussion einen Rahmen. Ein weiteres Gespräch kommt nicht zustande, da der Beamte nicht auf das Gesagte eingeht, sondern nur die Frage stellt " 'Nehmen Sie die Stelle an?' " (Z.119) Auch hier wird deutlich, dass der Beamte kein Interesse zeigt, was ihn auch davor schüzt betroffen zu reagieren, da er nicht jedem eine höhere Rente geben kann. Er betrachtet das Leiden anderer aus einer gewissen Distanz und möchte damit eigentlich nichts zu tun haben. Er ist nicht persönlich interessiert zu helfen. Der Besucher kann seine Erlebnisse aus dem Krieg noch nicht verarbeiten. Er tritt dem Beamten nicht aktiv mit Fragen entgegen, sondern beschränkt sich auf Ironie. Er ist nicht mehr wirklich auf der Suche, sondern hat sich einerseits in sein Schicksal ergeben, versucht sich andererseits nun aber auch ein angenehmes Leben zu gestalten.
An dem Text zeigen sich alle Merkmale einer Kurzgeschichte. Sie ist kurz. Das Ende ist ofen. (" 'Nein' , sagte ich und ging." Z.120) Die Geschichte hat einen direkten Einstieg. "Sie haben mir jetzt ..." Z.1) und einen linearen Handlungsstrang. Die Figurenkonstellation ist straff. Nur zwei Personen sind an der Handlung beteiligt. Der Zeitraum in dem die Geschichte spielt ist sehr kurz. Es handelt sich nur um ein Gespräch, wobei sich der Begriff "Bein" als Schlüsselwort durch das gesamte Gespräch zieht.
Mit seiner Kurzgeschichte gibt Heinrich Böll dem Leser einen Einblick in die Zeit nach dem zweiten Weltkrieg. Viele sind nur an sich selbst interessiert. Was ist wie viel wert? Kann man überhaupt ein Leid in Geld aufrechnen? Eine hohe Rente, nicht arbeiten gehen, das bedeutet auch nicht zwingend Glück. Es kann auch in die Einsamkeit führen.
Auch heute muss beim Beamten an erster Stelle das Interesse an den Menschen stehen. Sich zunächst die persönlich Geschichte anzuhören ist sehr wichtig um zu einer Lösung zu kommen. Beide Seiten müssen aktiv aufeinander zugehen. Ob jemand wirklich nicht arbeiten möchte, das sieht man dann.

Hat euch dieser Beitrag geholfen? Habt ihr Ergänzungen? Verbesserungsvorschläge?Lasst es mich in den Kommentaren wissen!







Kommentare zu dieser Seite:
Kommentar von Leah, 04.10.2017 um 15:18 (UTC):
Der Erzähler wird nicht freundlich begrüßt

Kommentar von Krabs, 24.05.2016 um 17:54 (UTC):
Hasst du es nicht fur die Klassenstuffe 8?

Kommentar von anna, 09.05.2016 um 17:14 (UTC):
Gliederung?



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