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"Kaffee verkehrt"

"Interpretation zur Kurzgeschichte "Kaffee verkehrt" von Irmtraut Morgner:

Besonderen Wert ist bei dieser Interpretation auf die Kommunikation gelegt.


Wer hat das nicht schon mal beobachtet: eine Gruppe Männer sitzt in einem Lokal, eine Frau betritt dieses und sofort wird laut und deutlich ausgewertet, wie sie die Frau finden. Doch irgendwas ist anders als gewöhnlich. Das erwartet man aufgrund des Titels "Kaffee verkehrt".
Eine solche Situation beschreibt auch die Kurzgeschichte "Kaffee verkehrt" von Irntraut Morgner aus "Leben und Abenteuer der Trobadora Beatriz" Aufbau Verlag, geschrieben 1974. Die typischen Rollenbilder werden jedoch nicht eingehalten sondern getauscht.
Eine Gruppe Frauen sitzt im Espresso am Alex. Ein Mann betritt das Lokal. Die Arbeitskolleginnen sehen sich ihn an und diskutieren über sein  Aussehen. Dabei reden sie absichtlich ziemlich laut, damit der Mann, welcher weit entfernt sitzt, alles hören kann. Eine der Frauen bestellt einen doppelten Wodka für ihn und sich und prostet ihm zu. Später setzt sie sich zu dem Mann an den Tisch. Am Ende bezahlt sie die Getränke und begleitet ihn hinaus. Es folgt eine Einadung ins Kino.
Der Text zeigt deutlich, dass es sehr unterschiedliche Erwartungen hinsichtlich des Verhaltens von Männern und Frauen gibt. Was bei Männern als normal angesehen wird, wirkt bei Frauen oft merkwürdig. Viele Menschen lassen sich in dieses Rollenbild drängen.
Die Frauenbrigade ist sehr gesprächig. Dies entspricht zunächst den Erwartungen. Doch der Weg, wie sie übe den Mann reden, lässt den Leser stutzig werden. So werten sie beispielsweise laut und deutlich das Aussehen des Herrn aus. (Z.5-15) Die Frau drückt ihre Zuneigung zum Mann besonders stark verbal aus, zum Beispiel durch Worte wie "Donnerwetter" (Z.5f.) oder "sagte, das wir uns irgendwoher kennen müssten" (Z.20f.) Die Frau schlüpft in die Rolle, die eigentlich den Männern vorenthalten ist. Der Mann dagegen wird als schüchtern dargestellt. dazu wird sehr viel nonverbale Kommunikation genutzt. Verbaler Kommunikation bedient sich der Mann nicht. Sein Verhalten kann aber auch als Ablehnung und Desinteresse gewertet werden. Um mehr über das Verhältnis zwischen den beiden Personen zu erfahren, nimmt die nonverbale Kommunikation einen bedeutenden Aspekt ein. Diese lässt sich sowohl beim Mann als auch bei der Frau finden. "prostete ihm zu" (Z.16) und "drückte ich meine Knie gegen seine" (Z.23) sind Beispiele dazu.
Auf die Situation des ersten Sehens und des Kommentares "Donnerwetter" (Z.5f.) lässt sich das vier-Seiten-Modell von Byler gut anwenden. Der Sachaspekt ist hier, dass der Mann sehr attraktiv ist. Daraus resultiert der Wunsch der Frau ihn besser kennenzulernen, die Selbstoffenbarung. Eine besondere Beziehung zwischen den beiden Personen gibt es noch nicht, da es sich um zwei einander fremde Menschen handelt. Als Appell kann man "Beachte mich!" formulieren.
Im Laufe des Textes steigert sich die Kommunikation zwischen Mann und Frau immer mehr. Zu Beginn wird noch durch die Frauen über den Mann gesprochen. Eine erste direkte KOntaktaufnahme entsteht durch das Zuprosten (Z.17) Später sitzen sie an einem Tisch und die Frau versucht ein Gespräch aufzubauen.
Innerhalb der Frauengruppe beruht die Kommunikation auf Gleichheit. Die Gesprächspartner verhalten sich nahezu spiegelbildlich.
Es bleibt offen, ob die Frau mit ihrem Verhalten die beabsichtigte Wirkung erzielen konnte. Trotzdem sind die kommunikativen und sozialen Unterschiede im Verhalten der Geschlechter in der Gesellschaft sehr fest verankert. Für Männer gilt im Allgemeinen, dass sie sich Respekt verschaffen wollen und viel Wert auf Status und Unabhängigkeit legen. Meistens treten sie dominanter auf. Frauen hingegen suchen nach Harmonie und Verbundenheit, mit dem Ziel gemocht zu werden. Da der Text dieses soziale Rollenverhältnis jedoch nicht einhält wirkt er, wie bereits erwähnt, auf den Leser komisch und amüsierend.
Für mich drückt der Text aus, dass man sich nicht immer in die geschlechtertypische Rollen drängen lassen soll. In einer leicht amüsierenden Form zeigt der Test dem Leser in einer normalen, nich gehobenen, Sprache, wie stark die Erwartungen an das Rollenverhalten tatsächlich sind, auch ohne das der Autor die Situation wertet. Der ein oder andere wird ermutigt auch mal aus dem System der Rollenverteilung "auszubrechen".

Hat euch dieser Beitrag geholfen? Habt ihr Ergänzungen? Verbesserungsvorschläge?Lasst es mich in den Kommentaren wissen!







Kommentare zu dieser Seite:
Kommentar von Boss, 12.01.2017 um 07:46 (UTC):
Danke, hatte kein bock es selbst zu machen.

Kommentar von Herr Tropea, 10.11.2016 um 21:46 (UTC):
wie in den vorherrigen Kommentaren schon erwähnt sind hier sehr viele Rechtschreibfehler und die Deutungshypothese fehlt leider auch.
Deutungshypothese: Der Autor des Titels will uns damit klar machen dass Frauen ständig angemacht werden, die Männer sollten es mal klar spüren wie es ist belästigt zu werden.

Kommentar von Kevin Frey, 27.09.2015 um 19:48 (UTC):
Da fehlt ja sogar die Deutungshypothese. Also so eine schlechte Interpretation habe ich schon lange nicht mehr gelesen.

Kommentar von Eric, 08.09.2015 um 20:42 (UTC):
Sind ein paar Rechtschreibfehler drin, aber beim abschreiben korrigiert man automatisch



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